Kategorie: Folgen

Elisabeth & Severine, Nowato

Severine (links) & Elisabeth (rechts)
Foto: Wolfgang Schmidt Ammerbuch

Nowato ist ein Unternehmen gegründet von den französischen Schwestern Elisabeth und Severine Felt. In 2011 haben sie ihre Berufe in der IT Branche an den Nagel gehängt und sich auf einen neuen Weg gemacht. Seitdem bieten sie wasserlose Toiletten-Systeme, also no water toilets, zum kaufen und mieten an.
Im Mai 2020 haben wir die beiden interviewt und sie haben uns über ihren gemeinsamen Wandelpunkt erzählt und wie sie dazu gekommen sind, Trocken-Toiletten zu entwerfen & bauen.

Elisabeth hat im Umfeld Innovationsbereich gearbeitet und trotz spannender Projekte fehlte ihr der Sinn darin. Sie wollte etwas tun, wobei sie mit vollem Geist dahinter stehen konnte.
Sie hatte immer im Hinterkopf gehabt selbständig zu werden und ihr eigenes Ding zu machen, etwas, was ihre Seele erfüllt.


Als Softwareentwicklerin gefiel Severine die spielerische Seite der Problemlösung sehr, aber nichts desto trotz konnte sie sich nicht vorstellen, noch 40 weitere Jahre vor dem Bildschirm zu hocken. Dann kam die Finanzkrise 2008 und sie wurde entlassen…
Sie holte sich ein Masters in Wirtschaft und als sie damit fertig war, war Elisabeth gerade in Elternzeit.


Motiviert durch das Tante & Muttersein und die ständigen schlechten Nachrichten über die Klimakatastrophe, entschlossen sich die beiden, zusammen etwas neues und nachhaltiges auf die Beine zu stellen…


Die Entsorgung von menschlichen Abfällen ist ein sehr wichtiges Thema heutzutage. Dazu gehören nicht nur Hygiene-Aspekte, sondern auch die Verschwendung und Verschmutzung unseres wertvollen Trinkwassers, der Verlust von Biomasse und die damit verbundene niedrige Kohlenstoffspeicherungskapazität unserer Böden. Um das Problem zu lösen, müssen wir aufhören, den Kohlenstoffzyklus zu stören. Wir müssen unsere Agrar-Industrie umgestalten und Biomasse und Mikroorganismen in der Erde wieder aufbauen.

Dafür braucht man Kompost und Humus.

Mit Nowato tragen Severine und Elisabeth zu dieser Lösung bei. Trocken-Toiletten sind eine nachhaltige Alternative zu den Chemie-Klos. Sie sind viel angenehmer als ein Plumpsklo und sind geeignet für Gärten, Parks, Autobahnraststätten, Festivals und sogar für zu Hause!
Die Nowato-Toiletten sind in der Region gebaut und unterstützen kleine Holzwerkstätten.

Ein Exemplar im
Permakulturgarten Hortus Nucis

Mehr Information über die Toiletten, die verschiedenen Modelle für Innen & Außenbereich und wie man sie mieten und kaufen kann, findet ihr auf ihrer Webseite: https://www.nowato.com

Weitere Kontaktmöglichkeiten:
Facebook: https://www.facebook.com/nowato/
Instagram: https://www.instagram.com/nowato.frankfurt/
Twitter: https://twitter.com/nowato_GmbH


Falls ihr uns von eurem persönlichen Wandelpunkt erzählen möchtet und was daraus entstanden ist, oder wenn ihr jemanden kennt, den wir interviewen sollen, einfach kontaktieren oder eine E-Mail an kontakt@wandelpunkt-podcast.de schicken.
Wir freuen uns, von euch zu hören.

Alle Musik im Podcast ist vom Pseudosound. https://www.reverbnation.com/pseudosound

Manfred Fußnecker, Lastenradler Frankfurt

Manfred Fußnecker ist ein Sozialpädagoge aus Frankfurt am Main. In 2018 hat er, gemeinsam mit Gleichgesinnten und in Zusammenarbeit mit der Regionalgruppe Rhein-Main des VCD Landesverbandes Hessen, das Projekt “Lastenradler Frankfurt” gegründet.
Im April 2020 haben wir mit Manfred telefoniert und über seinen persönlichen Wandelpunkt und sein Projekt geredet.

“Es ist schwierig für mich jetzt so einen ganz konkreten Punkt zu benennen, an dem es ein davor gab und ein danach.
Es hat sich mehr so entwickelt.
Es war so ein Prozess, dass ich mir überlegt habe, was kann ich selbst auch auf die Beine stellen, um etwas zu bewirken… also in dem Sinne, dass sich die Umstände ändern, in die Richtung, die ich richtig finde.
Es gibt mehrere Sachen, die ich einfach mitbekommen habe. Ich habe ein ziemlich wichtiges Buch gelesen, was mich sehr bewegt hat… von Bruno Latour “Kampf um Gaia” und dann habe ich diesen Film gesehen, “Tomorrow”, der viele Projekte vorstellt, die sich in Richtung Veränderung auf den Weg gemacht haben.”


Manfred ist ein leidenschaftlicher Radler, der seit vielen Jahren keinen Familienwagen mehr hat. Wenn er etwas transportieren muss, fährt er sein Lastenrad.

Mit dem Projekt “Lastenradler Frankfurt” werden kostenlose Lastenräder zur Verfügung gestellt. Es wird darauf Wert gelegt, dass die Räder für ALLE da sind. Nur eine Internetverbindung und eine E-Mail-Adresse sind erforderlich, um ein Rad zu buchen.

Auf der Webseite https://www.main-lastenrad.de sind die verschiedenen Fahrräder, sowie Abholstationen zu finden.

Das Projekt, wie so viele Projekte, lebt durch die Unterstützung der Gemeinde. Falls du Fahrräder gern reparierst, eine gute Stelle für eine Abholstation kennst oder sogar ein Lastenrad anzubieten hast, schicke einfach eine E-Mail an post@main-lastenrad.de .

Weitere Kontaktmöglichkeiten:
Die Projekt-Homepage: https://lastenradler-frankfurt.de
Um die Räder auszuleihen: https://www.main-lastenrad.de
Um Geld zu spenden: https://www.main-lastenrad.de/unterstuetzt-uns

Das Buch “Kampf um Gaia”: http://www.bruno-latour.fr/books_and_edited_volumes
Der sehenswürdige Film, der Manfred inspiriert hat: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen


Falls ihr uns von eurem persönlichen Wandelpunkt erzählen möchtet und was daraus entstanden ist, oder wenn ihr jemanden kennt, den wir interviewen sollen, einfach kontaktieren oder eine E-Mail an kontakt@wandelpunkt-podcast.de schicken.
Wir freuen uns, von euch zu hören.

Das Zwischenspiel ist aus dem Lied “They are insane!” vom Pseudosound.
Hier vollständig zu hören.

Juliane & Laura, GemüseheldInnen

GemüseheldInnen ist ein Projekt gegründet von Juliane Ranck und Laura Setzer aus Frankfurt am Main. Im März 2019, inspiriert durch Rob Hopkins und der Transistion Town Bewegung und nach dem Prinzip der Permakultur, haben die beiden einen verlassenen und vermüllten Garten in der Grünen Lunge Frankfurt am Günthersburgpark übernommen und wiederbelebt. In kürzester Zeit sind viele Menschen und Gärten dazugekommen und jetzt bewirtschaften sie alle zusammen die Gemeinschaftsgärten.
Im März 2020 saßen wir zusammen und haben uns über ihre persönlichen Wandelpunkte und das daraus entstandene Projekt unterhalten.

“Ich habe nach dem Abitur Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert und wollte eigentlich Lektorin werden. Nach der Geburt meiner Kinder habe ich dann einen ganz anderen Weg eingeschlagen: Ich habe einen Laden für ökologische Baby- und Kinderbekleidung, die Wollke7 im Frankfurter Nordend, eröffnet. Diesen Laden habe ich 7 Jahre lang geführt und ihn dann an das Reformhaus Andersch, in dem der Laden sich befindet, abgegeben. Seitdem bin ich dort mit einer halben Stelle beschäftigt und widme mich in meiner übrigen Zeit unserem Projekt ‘GemüseheldInnen’.

Meinen Werdegang kann ich eigentlich so zusammenfassen, dass ich, in eine Akademiker-Familie hineingeboren, dachte, dass nur ein akademischer Beruf für mich in Frage käme. Über die Jahre habe ich immer mehr gemerkt, dass mir praktische, körperliche Arbeit viel mehr liegt als die rein intellektuelle, und dass ich eigentlich am liebsten mit den Händen arbeite. In unserem Projekt kann ich nun beides optimal vereinen: Auf der einen Seite kann ich mich im Garten verausgaben, auf der anderen Seite Texte schreiben und Vernetzung betreiben.”

Juliane Ranck (rechts im Foto)

“Mich hat tatsächlich ein Film schwer beeindruckt und zwar der Film “Tomorrow”, der aufzeigt, weltweit, welche Lösungsansätze verschiedene Projektinitiativen einzelne Bürger und Bürgerinnen haben. Und was ich so spannend fand war, dass Menschen nicht nur einfach begonnen haben etwas zu machen, sondern, dass es Menschen sind, wie du und ich, die jetzt keine Experten für irgendwas sein müssen, sondern man nimmt die Fähigkeiten, die man aus seinem Werdegang erlernt hat, seine beruflichen Fähigkeiten und setzt die für was ganz neues ein, in einem neuen Kontext.”

Laura Setzer (links im Foto)

Juliane und Laura haben das Projekt für uns so beschrieben:

“Das GemüseheldInnen-Projekt ist ein neues Modell für städtisches Miteinander in Zeiten der Klimakrise. Wir sind eine offene Gruppe, die in der Grünen Lunge am Günthersburgpark mehrere Gemeinschaftsgärten nach den Richtlinien der Permakultur bewirtschaftet. Das Konzept ist, dass jedeR mitgärtnern und mitwirken kann. Wir gärtnern ohne chemische Keulen und schonen die Natur.

Es geht darum einen Schritt in Richtung Ernährungssouveränität zu machen. Wir sind dabei Obst- und Gemüseanbau wieder zu erlernen und zu entdecken – und all das mitten in der Stadt. Soziales Miteinander ist hierbei die zentrale Basis. Wir möchten mit dem Projekt aufzeigen, wie man als Stadtbürger*innen Gemeinschaft in Verbindung mit Stadtgrün neu denken kann und vor allem, wie man eine Stadt resistenter, gesünder und sozialer gestaltet.

Seit Februar 2020 werden wir getragen von Bionales e.V. (Bürger für regionale Landwirtschaft). Zusammen mit dem Ernährungsrat Frankfurt arbeiten wir gerade an einem Konzept für essbare Inseln (PermaKulturInseln) für ganz Frankfurt.”

Zum Zeitpunkt des Interviews ist die Zahl der GemüseheldInnen schon auf ca. 100 Bürger angewachsen, die 10 Gärten bepflanzen.
JedeR kann mitmachen, gärtnerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und ernten darf auch jedeR.
Die Gärten sind jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr für Interessierte geöffnet.
Durch Corona hat sich die Lage natürlich geändert!
Für aktuelle Informationen am besten auf ihrer Facebook-Seite nachschauen.

GemüseheldInnen Frankfurt (ein Projekt des Vereins BIONALES – Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung e.V.)
E-Mail: gemueseheldenfrankfurt@posteo.de
Telefon: 0176-24031544
https://www.gemueseheldinnen-frankfurt.de
https://www.facebook.com/GemueseheldinnenFrankfurt
https://www.instagram.com/gemueseheldinnenFrankfurt
Um einen Eindruck von den Gärten zu bekommen, schaut euch das Video bei YouTube an.

Um das Projekt zu unterstützen:
https://www.change.org/o/gemüseheldinnen_frankfurt
https://buerger-fuer-regionale-landwirtschaft.de/gemueseheldinnen

Ein Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das Projekt:
https://m.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurter-kaempfen-um-erhalt-eines-biotops-16406863.html

Der sehenswürdige Film, der Laura inspiriert hat:
Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen


Falls ihr uns von eurem persönlichen Wandelpunkt erzählen möchtet und was daraus entstanden ist, oder wenn ihr jemanden kennt, den wir interviewen sollen, einfach kontaktieren oder eine E-Mail an kontakt@wandelpunkt-podcast.de schicken.
Wir freuen uns, von euch zu hören.

Alle Musik im Podcast ist vom Pseudosound. https://www.reverbnation.com/pseudosound