Kategorie: Folgen

Rewilding – Hortus Nucis, Julia Auer

Julia Auer aus Frankfurt am Main ist nicht nur Mitgründerin des Wandelpunkt Podcasts, sie ist auch Wildnislotsin, ausgebildete Permakultur-Designerin und betreibt den privaten Natur-Garten namens Hortus Nucis. In diesem Garten liegt der Fokus darauf, Lebensraum für regionaltypische Pflanzen und Tiere zurückzugewinnen.
Im Juni 2021 saßen wir zusammen und haben uns über Gärten, die wilde Natur und wie Menschen sie umgestalten und natürlich über ihren Wandelpunkt unterhalten.

“Wandelpunkte hatte ich schon einige im Leben, aber ich möchte über meinen letzten großen Wandelpunkt erzählen.
2017 war ein ganzes Wandeljahr für mich persönlich. In dem Jahr zog unsere jüngere Tochter aus dem Haus, unsere ältere Tochter machte uns zu Großeltern und meine Mutter verstarb.
In diesem Jahr machte ich mich auf den Weg, mich auch beruflich zu verändern und endlich dem Ruf meines Herzens zu folgen, mich wieder vertieft mit der Natur zu beschäftigen. Ich entschied mich, Permakultur-Design mit dem südamerikanischen Ausbildungstrupp Ná Lu‘um zu studieren.
Nicht lange später entdeckte ich das Hortusnetzwerk und machte kurzentschlossen zwei mehrwöchige Praktika bei Markus Gastl in seinen beiden Gärten Hortus Insectorum und Hortus Felix.
Der Nussgarten bekam dadurch endlich seine Bestimmung und wandelte sich mit mir, und mit meiner Hilfe, in den Hortus Nucis um.
Mit Fotoapparat, Lupe und Bestimmungsapp bewaffnet entdeckte ich, neugierig wie ein kleines Kind, mir unbekannte Blumen und Insekten um mich herum. Ich begann zu sehen und immer mehr zu verstehen, wie sehr wir Menschen die Natur um uns herum beeinflussen. Es gab eine spannende Welt zu entdecken, eine Welt die es gilt für unsere Enkel zu schützen.
Es ist wunderbar erfüllend, regelmäßig Besucher zu empfangen und Ihnen die Schönheit der regionalen Natur zu zeigen, Ihnen nicht nur die Augen sondern auch die Herzen dafür zu öffnen.”


Der Hortus Nucis ist ein privates Naturparadies im Norden der Stadt Frankfurt, nahe des städtischen Grüngürtels.
Regelmäßig werden Führungen durch den Garten veranstaltet, bei der man sich den Zauber der regionalen Natur erklären lassen kann und auch erfährt, wie man diese
auf Fensterbank, Balkon oder im eigenen Garten unterstützen kann.

“Ich bin in Frankfurt geboren und aufgewachsen. Schon als Kind war ich sehr naturverbunden und habe über die Blumen in der Vase Tränen vergossen und verirrte Insekten aus der Wohnung nach draußen getragen.
Mit 21 habe ich aus Perspektivlosigkeit mein Studium der Geologie abgebrochen, bin in die USA ausgewandert und schließlich 11 Jahre geblieben.
Dort war ich immer gerne auf der Suche nach der wilden, unberührten Natur und man kann sie dort noch in einigen Nationalparks erleben.
2002 bin ich mit der Familie wieder nach Deutschland gezogen und habe dann als Sprachlehrerin und Mediatorin gearbeitet und nebenher natürlich stets immer gegärtnert.

Seit 2017 beschäftige ich mich nun hauptsächlich mit Permakultur und nachhaltigen Projekten, um den Wandel, den unsere Gesellschaft so dringend braucht voranzutreiben.”

Der Nussbaum in seiner ganzen Schönheit!

Links:
https://hortus-nucis.de
https://www.instagram.com/hortusnucis
https://www.facebook.com/nussgarten

YouTube Channel von Hortus Nucis

Zwischenspielmusik “Harmony” vom Pseudosound
https://www.reverbnation.com/pseudosound


Falls ihr uns von eurem persönlichen Wandelpunkt erzählen möchtet und was daraus entstanden ist, oder wenn ihr jemanden kennt, den wir interviewen sollen, einfach kontaktieren oder eine E-Mail an kontakt@wandelpunkt-podcast.de schicken.
Wir freuen uns, von euch zu hören.

Bürgerbegehren – Klimaentscheid Frankfurt, Sebastian Werner

Sebastian Werner ist geborener Wiesbadener und arbeitet als Ingenieur in Frankfurt. Er hat zusammen mit anderen aktiven Menschen das Bürgerbegehren “Klimaentscheid Frankfurt” ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Stadt auf kommunalpolitischer Ebene aufzufordern, verbindliche Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.
Im April 2021 sprachen wir mit Sebastian darüber wie man ein Bürgerbegehren startet, die Macht der Bürger und natürlich seinen Wandelpunkt.

“In meinem Leben hatte ich mehrere Wandelpunkte. Die Eindämmung der Klimaerwärmung war bereits in meiner frühen Jugend ein Thema das mir am Herzen lag. Die Bewahrung der menschlichen Lebensgrundlagen erscheint mir so essentiell, dass ich gar nicht wüsste, warum man sich dafür nicht einsetzen sollte. Als ich feststellte, dass man den größten Hebel bzgl. der Reduzierung von CO2-Emissionen im Bereich der Energienutzung erzielen kann, entschied ich mich Ingenieurswissenschaften zu studieren. Neben dem Studium engagierte ich mich zuerst einige Jahre im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ehrenamtlich. Im Laufe der Jahre hinterfragte ich die Entwicklungszusammenarbeit immer kritischer. Sehr viele Projekte haben entweder keinen oder nicht den erwünschten Effekt haben. Zudem finde ich per se sehr fraglich mit einem westlichen Mindset in ein anderes, vermeintlich unterentwickeltes Land zu gehen und dort irgendetwas verändern zu wollen. So entschied ich mich Anfang der 10er Jahre lokal zu engagieren, nach dem Motto: „Think globally, act locally“.

In meinen ersten Jahren in Frankfurt engagierte ich mich sporadisch in einer Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt. Über die Teilnahme an Treffen der Gruppe Klimattac lernte ich verschiedene Klimaaktivisten in Frankfurt kennen. Ich beteiligte mich an einzelnen lokalen Aktionen und fing an mich für die Antikohlekraft-Bewegung zu engagieren. Ich nahm an verschiedenen Klimacamps im Rheinland und Ende Gelände Aktionen um den Hambacher Wald teil. Vor allem im Jahr 2018 war ich dazu auf vielen Demonstrationen. Das Engagement im Hambacher Wald war jedoch auf lange Sicht zu zeitintensiv und zudem merkte ich auch hier wieder den Drang mehr lokal als überregional agieren zu wollen. Bei einem Klimattac-Treffen im Jahr 2019 war eine Frau aus München zu Besuch, die erfolgreich ein Bürgerbegehren zum Abschalten des dortigen Kohlekraftwerks initiiert hatte. Inspiriert von dieser Idee suchte ich nun nach Gleichgesinnten, die ein ähnliches Begehren in Frankfurt auf den Weg bringen wollten. Bei einem Klimavernetzungstreffen im September 2019 erzählte ich von meiner Idee, ließ eine Interessentenliste rumgeben und dann nahm alles seinen Lauf…”


“Mit dem Klimaentscheid Frankfurt möchten wir mittels eines Instrumentes der direkten Demokratie eine entscheidende Wende in der lokalen Klimapolitik bewirken. In der Vergangenheit wurden seitens der Stadt diverse Studien in Auftrag gegeben, die aufzeigen, wie sich die CO2-Emissionen Frankfurts zusammensetzen und wie diese reduziert bzw. neutralisiert werden können.
Wissen zur Eindämmung des Klimawandels auf lokaler Ebene ist ausreichend vorhanden.
Es mangelt an der Umsetzung.
Um dies zu ändern, entwickeln wir vom Klimaentscheid konkrete Klimaschutzforderungen für die Stadt und machen uns dafür stark, dass diese durch ein Bürgerbegehren verpflichtend umzusetzen sind. Es handelt sich dabei um ein zweistufiges Verfahren: Im ersten Schritt sammeln wir unter den wahlberechtigten Bürgern so viele Unterschriften wie möglich für unsere Forderungen. Mind. Ca. 20.000 Stimmen, nach oben definieren wir keine Grenze. Die gesammelten Unterschriftenlisten werden dann der Stadt Frankfurt übergeben. Die Stadt kann nun die Forderungen des Bürgerbegehrens direkt umsetzen. Falls sie das nicht möchte, erfolgt eine rechtliche Prüfung des Begehrens. Wird das Begehren rechtlich anerkannt, kommt es zu einem Bürgerentscheid, bei dem die wahlberechtigten Bürger in einer mit Ja oder Nein beantwortbaren Frage über die Forderungen abstimmen. Bei einer einfachen Mehrheit mit einer Wahlbeteiligung von mind. 15% wird der Entscheid angenommen und muss von der Stadt umgesetzt werden (äquivalent zu einem Beschluss des Stadtparlaments).”


Links:
https://www.klimaentscheid-frankfurt.de
info@klimaentscheid-frankfurt.de

Zwischenspielmusik “Chilling with Jr.” vom Pseudosound
https://www.reverbnation.com/pseudosound


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Interessen vereinen! – Die Nachhaltigkeitshelden, Fabienne Horlaville & Thomas Klir

Die Nachhaltigkeitshelden Fabienne Horlaville & Thomas Klir aus Frankfurt haben beide Informatik in Darmstadt studiert. Durch Kurzarbeit haben sie ihre freie Zeit genutzt, neue Wege zu erkunden. Sie tüfteln jetzt an einer neuen Platform, um Interessen zu vereinen und nachhaltige Angebote sichtbarer zu machen.
Im März 2021 haben wir mit Ihnen über die Motivation etwas zu tun, bewusster werden und natürlich ihren Wandelpunkt geredet.

Das Thema Nachhaltigkeit hat Fabienne schon länger interessiert aber wie es vielen damit
geht, kam es ihr sehr aufwendig und sperrig vor, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen.
Mit dem Projekt Nachhaltigkeitshelden, das aus einem Design Thinking Workshop
entstanden ist, erhielt das Thema dann Einzug in ihr Leben. Sie setzt sich seit dem viel mehr
damit auseinander, mit welchen auch oft Kleinigkeiten sie nachhaltiger agieren kann. So ist
ihr Bad mittlerweile so gut wie plastikfrei und auch beim Einkauf achtet sie viel mehr auf die
Verpackung und Herkunft der Dinge. Super simpel aber mit großer Wirkung.

Bei Thomas ist es ähnlich, der Workshop hat die Aufmerksamkeit für das Thema gefördert und seit dem
Beginn der Unternehmung achtet er in vielen Bereichen viel stärker auf nachhaltiges
Handeln und versucht sich auch in diversen nachhaltigen DIY, wie z.B. Hafermilch,
Apfelessig und eine Wurmkiste. Einige der Umsetzungen könnt Ihr auch auf dem Instagram
Account Nachhaltigkeitshelden sehen – immer Donnerstags kommen dort generell neue DIY
Ideen dazu.


“Mit den Nachhaltigkeitshelden haben wir uns zum Ziel gesetzt, lokale Anbieter:innen nachhaltiger Produkte und Menschen, die nachhaltiger leben und konsumieren wollen, zusammenzubringen. Hierfür entwickeln wir eine sichere, digitale Karte, auf der z.B. Unverpacktläden, nachhaltig agierende Cafés und Restaurants, Geschäfte für nachhaltige Mode und Kosmetik und weitere öffentliche, nachhaltige Anlaufstellen (ÖnAs), wie z.B. Bücherschränke und Glascontainer zu finden sind. Die Plattform legt dabei den Fokus auf die Community, die vorhandene Locations bewerten, neue Liebelingsorte vorschlagen und ÖnAs selbstständig eintragen kann. Die Karte bietet somit einerseits die Möglichkeit, Greenwashing zu verhindern und andererseits Nachhaltigkeit einfacher in den eigenen Alltag zu integrieren.”

Links:
https://maps.nachhaltigkeitshelden.de
https://www.instagram.com/nachhaltigkeitshelden
https://www.facebook.com/Nachhaltigkeitshelden
https://www.linkedin.com/company/nachhaltigkeitshelden

Zwischenspielmusik “Knuffig” vom Pseudosound
https://www.reverbnation.com/pseudosound


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